Wie viele historische Stätten Albaniens wurden auch die Ruinen von Albanopolis von Tresorjägern kaum geplündert. Die Kinder im Dorf erzählen, wie früher Busse mit „Touristen“ an Wochenenden kamen, und Dutzende von Männern mit Metalldetektoren herumliefen und nach Münzen, Bronze oder anderen Antiquitäten suchten, die man verkaufen konnte. Tatsächlich ist der Ort voller tief gegrabener Löcher und im Dorf sind überall Legenden über Schatzkammern zu hören.

Albanopolis war eine Stadt im antiken römischen Makedonien, genauer in Epirus Nova, der Stadt der Albanoi, einem illyrischen Stamm. Die Herausgeber des Barrington Atlas der griechischen und römischen Welt geben als Standort von Albanopolis das heutigen Dorf Zgërdhesh bei Krujë, Albanien an. Die antike Stadt korrespondiert möglicherweise mit späteren Erwähnungen der Siedlung Arbanon und Albanon im Mittelalter, obwohl nicht sicher ist, dass es sich um den gleichen Ort handelte.

Die Stadt erscheint um 150 n. Chr. fast 300 Jahre nach der römischen Eroberung der Region. Es wurde angenommen, dass die illyrische Burg von Zgërdhesh tatsächlich der Ort der antiken Stadt, Albanopolis, der Hauptstadt der Albaner, ist, von der das heutige Land seinen Namen hat. Die Stadt wurde auf einem Hügel erbaut und umfasst eine Fläche von ca. 10 Hektar. Die einst 1.400 m langen Schutzwände sind heute 90 m lang und noch relativ intakt. Die große Akropolis dominiert etwa ein Drittel der Fläche, die einst von Mauern umschlossen war. Zu den Fundstücken an der Stelle gehört eine kleine, besonders schöne Marmorstatue von Artemis. Die antike Stadt blühte drei oder vier Jahrhunderte lang, wurde dann aber um das zweite Jahrhundert n. Chr. schließlich aufgegeben.

Es gibt auch Überreste von drei rechteckigen illyrischen Wachtürmen, die vermutlich im Jahr 4 v. Chr. gebaut wurden. Auch einige der Tore der Stadt sind noch gut erhalten und einen Besuch wert. Auf dem Gelände, gleich am Anfang der Akropolis, befinden sich auch die Fundamente einer frühchristlichen Kapelle, die leicht zu auszumachen sind.

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